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Innovation leben

Von der Forschung, über die Ent­wicklung, bis zur Produktion des Arzneimittels

Bei AMW leben wir Innovation – vom Labor bis zu verbesserten Therapien für Patienten. Wir entwickeln biologisch abbaubare Langzeitimplantate auf Basis eines datengetriebenen und klinisch orientierten Entwicklungsansatzes.


Mitarbeiterin von AMW im Prüflabor
Der Patient im Fokus

Forschung & Ent­wicklung bei AMW

Das Freisetzungsverhalten biologisch abbaubarer Langzeitimplantate ist komplex: Polymerabbau, Wirkstoffdiffusion, Implantatgeometrie, Herstellprozess und biologische Umgebung beeinflussen gemeinsam, wie lange ein Wirkstoff im therapeutischen Fenster bleibt. Klassische in-vitro-Freisetzungstests liefern dabei wichtige Hinweise, können das tatsächliche Verhalten im Körper aber nur begrenzt abbilden. Deshalb verbinden wir langjährige Formulierungserfahrung mit präklinischen pharmakokinetischen Untersuchungen und Daten aus eigenen klinischen Studien. Aus diesem Zusammenspiel entsteht ein tieferes Verständnis dafür, wie degradierbare Implantate über Wochen oder Monate wirken — und wie sich ihre Freisetzung gezielt steuern lässt. Unser Ziel ist es, Formulierungen zu entwickeln, die über den gesamten Behandlungszeitraum eine möglichst gleichmäßige und verlässliche Wirkstoffexposition ermöglichen: ausreichend hoch für eine stabile therapeutische Wirkung, aber ohne unnötige Konzentrationsspitzen, die das Risiko potenzieller Nebenwirkungen erhöhen können. Von der präklinischen Entwicklung bis zum Scale-up in die klinische GMP-Fertigung übertragen wir dieses Wissen systematisch in robuste Herstellprozesse und klinisch relevante Produkte.

Implantate in Laborgefäß
Labormitarbeiter im Gespräch
Aplikationsspritze für Implantat

Kontrollierte Wirkstofffreisetzung mit langanhaltender Wirkung

Maßgeschneiderte, biologisch
abbaubare Implantate

Viele Therapien erfordern eine zuverlässige Wirkstoffexposition über längere Zeiträume. In der klinischen Praxis kann dies durch häufige Anwendungen, komplexe Dosierschemata, schwankende Wirk­stoff­spiegel oder eine unzu­reichende Wirk­stoff­verfügbarkeit am Zielort erschwert werden. Biologisch abbaubare Lang­zeit­implantate bieten hierfür einen modernen Drug-Delivery-Ansatz: Sie werden einmal appliziert und setzen den Wirk­stoff anschließend über Wochen oder Monate kontrolliert frei. Dadurch können sie dazu beitragen, die Behandlung für Patientinnen und Patienten zu vereinfachen und gleichzeitig eine gleich­mäßigere therapeutische Wirkung zu unterstützen. Besonders bei Therapie­ansätzen mit lokal begrenztem Wirkort können Implantate eine Möglichkeit bieten, Wirkstoffe gezielt in der Nähe des Wirkortes bereit­zu­stellen — auch in Geweben oder Körper­komparti­menten, die über eine rein systemische Gabe nur einge­schränkt erreichbar sind.

Biologisch abbaubare Langzeitimplantate können mehrere potenzielle Vorteile bieten:

  • Sie zielen auf eine kontrollierte Wirkstofffreisetzung über Wochen oder Monate ab.
  • Sie können helfen, Wirk­stoff­konzentrationen länger im therapeutisch relevanten Bereich zu halten.
  • Sie unterstützen eine lokale Wirkstoff­bereitstellung nahe am Zielgewebe und können dadurch die systemische Wirk­stoff­exposition begrenzen.
  • Sie können Konzentrationsspitzen und -abfälle reduzieren, die bei wiederholter Gabe auftreten können.
Implantate im Laborgefäß
  • Sie reduzieren die Notwendigkeit häufiger Anwendungen und können dadurch die Behandlungslast für Patientinnen und Patienten verringern.
  • Sie können die Therapietreue unterstützen, indem Einnahmefehler, ausgelassene Dosen oder unregelmäßige Anwendungen reduziert werden können.
  • Sie bauen sich nach Abschluss der Wirkstofffreisetzung schrittweise ab, sodass eine operative Entfernung in der Regel nicht erforderlich ist.
Innovative Drug-Delivery-Systeme

Unsere Ent­wicklungs­pipeline

Unsere Pipeline umfasst Entwicklungs­projekte in verschiedenen Stadien — von der frühen Formulierungs­entwicklung bis zum Produkt am Markt. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung innovativer Drug-Delivery-Systeme für bekannte und häufig bereits zugelassene Wirkstoffe. AMW entwickelt Formulierungs- und Freisetzungs­technologien, mit denen Wirkstoffe in neue therapeutische Profile überführt werden können. Dazu gehören kontrollierte Freisetzungs­raten, verlängerte Wirk­dauern und Expositions­profile, die mit klassischen oralen oder intravenösen Applikations­formen häufig nicht erreichbar sind. Je nach Wirkstoff und Indikation können unsere Systeme dazu beitragen, die therapeutisch nutzbare Wirkstoff­exposition zu verbessern, Konzentrations­schwankungen zu reduzieren, die Anwendungs­häufigkeit zu verringern und Wirk­stoffe gezielter am oder nahe dem Wirkort verfügbar zu machen. Unsere Projekte adressieren unter anderem Onkologie, Ophthalmologie, Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Indikation
Produkt
F&E
Präklinisch
Klinisch
Einreichung
Vermarktet
Onkologie
Onkologie
AM0801
Onkologie
AM0802
Onkologie
AM0803

mRNA-eluierendes bioabbaubares Implantat als Gentherapie der nächsten Generation. Prototyping und Plausibilitätsstudien abgeschlossen.

Langwirksames, biologisch abbaubares Leuprorelin-Implantat mit verbesserter Formulierung, die auf eine zuverlässige und kontrollierte Freisetzung über einen Monat ausgelegt ist. Aktuelle Evaluierung mehrerer Formulierungsgruppen, um den führenden Kandidaten für die anschließende Prozessentwicklung und klinische Weiterentwicklung zu identifizieren.

Ophthalmologie

Biologisch abbaubares, langwirksames intravitreales Implantat zur kontrollierten Freisetzung eines Wirkstoffs über mehr als sechs Monate. Zielindikationen sind die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), die diabetische Retinopathie sowie der retinale Venenverschluss.

Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes

Entwicklung eines langwirksamen, biologisch abbaubaren Implantats zur Freisetzung von GLP-1-Agonisten für Indikationen im Zusammenhang mit dem metabolischen Syndrom, mit dem Ziel einer anhaltenden Wirkstofffreisetzung über etwa drei Monate.

ZNS

Vertraulich


Know-how & Erfahrung

Der AMW-Weg

AMW entwickelt degradierbare Langzeitimplantate entlang der gesamten Produkt- und Prozessentwicklung — von der Auswahl geeigneter Polymerklassen über die Formulierungs- und Prozessoptimierung bis zum Transfer in die GMP-Herstellung. Ein zentrales Entwicklungsziel ist eine möglichst gleichmäßige, idealerweise annähernd lineare Wirkstofffreisetzung über den vorgesehenen Behandlungszeitraum. Gerade bei klassischen biologisch abbaubaren Polyestern wie PLA, PLGA oder verwandten Materialien ist dies häufig anspruchsvoll, da Wasseraufnahme, Diffusion, Polymerabbau und Porenbildung zu mehrphasigen Freisetzungsprofilen führen können. AMW nutzt daher nicht nur einzelne Standardpolymere, sondern erweitert den Formulierungsraum gezielt durch binäre oder tertiäre Polymermischungen. So lassen sich Abbauverhalten, mechanische Eigenschaften, Wirkstoffverteilung und Freisetzungsprofil systematisch aufeinander abstimmen. Die Herstellung erfolgt über Schmelzextrusion. Dabei betrachtet AMW nicht nur den Extrusionsschritt selbst, sondern den gesamten Prozess einschließlich Upstream- und Downstream-Entwicklung — von Materialvorbereitung, Teilchengröße, Trocknung, Mischen und Dosieren bis zum Schneiden, Sortieren und einer prozessbegleitenden Kontrolle. Vergleichbare Gerätetechnologien in R&D und GMP-Reinraum erleichtern dabei den späteren Technologietransfer. Zur Beschleunigung der Entwicklung kombiniert AMW historische Formulierungsdaten, Machine-Learning-gestützte Auswertung, Fast Prototyping und statistische Versuchsplanung (DoE). Dadurch kann innerhalb eines definierten Lösungsraums die optimale Formulierung mit einer reduzierten Anzahl experimenteller Varianten identifiziert werden. AMW verbindet damit Materialkompetenz, Prozessverständnis, Analytik und GMP-Erfahrung zu einem integrierten Entwicklungsansatz für robuste, skalierbare und klinisch relevante Langzeitimplantate.

Unser Anspruch

Quality by Design

AMW setzt Quality by Design als Entwicklungsprinzip für degradierbare Langzeitimplantate ein: Qualität wird nicht erst am Endprodukt geprüft, sondern von Beginn an über Zielproduktprofil, kritische Qualitätsattribute sowie relevante Material- und Prozess­parameter definiert. Bei polymerbasierten Langzeit­formulierungen ist dieser Ansatz besonders wichtig, weil Material­eigenschaften, Prozess­führung und Produkt­leistung unmittelbar miteinander verknüpft sind. AMW verbindet diesen Ansatz mit moderner Analytik, statistischer Versuchs­planung und prozess­begleitendem Verständnis. So können Freisetzungs­verhalten, Wirkstoffgehalt, Stabilität, Abbauprodukte und relevante Prozess­parameter systematisch bewertet und kontrolliert werden.

Labormitarbeiterin bei der Laborarbeit
Material­charakte­risierung und Formulierung
  • Mikroskopische Bildanalyse: Ein wesentliches Werkzeug zur Bewertung der morphologischen Aspekte der Formulierung. Dieser Prozess ermöglicht eine tiefgehende Untersuchung der mikroskopischen, strukturellen Eigenschaften, unterstützt die Optimierung der Formulierung und ermöglicht Vorhersagen zur Freisetzungskinetik durch präzise Bestimmung und Quantifizierung der Partikelgrößenverteilung und anderer relevanter Faktoren.
  • ATR-FTIR-Spektroskopie: Eine essenzielle Technik zur Aufklärung der chemischen Zusammensetzung von Materialien. Sie gewährt eine detaillierte Untersuchung der molekularen Strukturen und Interaktionen, welche entscheidend sind, um die Verteilung und Homogenität der verschiedenen Komponenten innerhalb der Formulierung zu gewährleisten.
  • GPC (Gelper­meations­chromato­graphie): Eine zentrale Methode zur Analyse der Molekular­gewichts­verteilung der Polymere in der Formulierung. Diese Technik liefert grund­legende Erkenntnisse über die potenzielle, ungewollte Degradation der Polymere sowie zur Prozess­stabilität.
  • DSC (Differential-Scanning-Kalorimetrie): Ein zentrales Instrument zur Erfassung der thermischen Eigen­schaften der Materialien, das wichtige Informationen zur Glas­übergangs­temperatur der Polymer­komponenten und zur Löslichkeit des aktiven pharmazeutischen Wirkstoffs in der Polymer­matrix liefert, wodurch der Herstellungs­prozess entscheidend optimiert werden kann.
  • Rheologie: Eine Technik, die die Fließ­eigenschaften der Formulie­rungen analysiert, wodurch das Prozess­fenster für die Extrusion definiert und ein gleich­mäßiger Drehmoment­verlauf während der Extrusion sichergestellt wird, was zu einer höheren Produktqualität beiträgt.
Analytische Prüfung
  • HPLC (High Pressure Liquid Chroma­tography)/UPLC (Ultra High Performance Liquid Chroma­tography) in Kombination mit UV-, RI-, Fluoreszenz- und MS-Detektions­methoden ist ein unverzichtbares Instrument für die quantitative Analyse des aktiven pharma­zeutischen Wirkstoffs und potenzieller Abbau­produkte in pharmazeu­tischen Formulierungen. Dieses Verfahren nimmt eine Schlüssel­position bei der Bestimmung der Freisetzungs­kinetik sowie der Überwachung von Gehalt und Reinheit des Implantats ein.
  • Coulometrische Wasser­bestimmung: Eine Methode, die sich speziell auf die Analyse des Wassergehalts in den Formu­lierungen fokussiert. Der Wasser­gehalt ist ein kritischer Faktor, der sowohl die Langzeit­stabilität des Produkts als auch die Stabilität hydrolyse­empfindlicher Polymere während der Extrusion maßgeblich beeinflusst.
Produktprüfung und Validierung
  • Mechanische Materialprüfung: Ein wichtiger Prozess zur Beurteilung der mechanischen Eigenschaften des Produkts, der detaillierte Informationen zum Verhalten des Produkts unter verschiedenen physischen Belastungen liefert, wie sie bei der Handhabung des Implantats oder dem Konfektionieren auftreten können.
  • In-vitro-Frei­setzungs­tests gemäß Ph. Eur., USP sowie eigenen Methoden: Diese Tests, die so weit wie möglich nach regula­torischen Vorgaben durchgeführt werden, sind entscheidend für die Erfassung der Freisetzungs­kinetik der Wirkstoffe. Bei Bedarf können die Tests jedoch modifiziert werden, um den besonderen Eigen­schaften biologisch abbaubarer Polymere gerecht zu werden, was zentral für die Bewertung der potenziellen klinischen Produkt­wirksamkeit ist.
  • ICH-Stabilitätsstudien (alle Klimazonen): Diese Studien sind entscheidend für die Bestimmung der Produktstabilität unter verschiedenen Umweltbedingungen der unterschiedlichen Wirtschaftsräume.
Hot Melt Extrusion (HME)

Schmelzextrusion

Die biologisch abbaubaren Implantate von AMW werden mithilfe der Schmelzextrusion hergestellt. Hot Melt Extrusion (HME) ist ein kontinuierliches, lösungsmittelfreies Verfahren, bei dem Wirkstoff, Polymermatrix und gegebenenfalls Hilfsstoffe unter kontrollierten Temperatur-, Druck- und Scherbedingungen verarbeitet und in eine definierte Implantatform überführt werden. In der pharmazeutischen Entwicklung wird HME unter anderem zur Herstellung kontrolliert freisetzender Darreichungsformen und Implantate eingesetzt. AMW betrachtet die Schmelzextrusion als Teil eines integrierten Herstellprozesses. Prozessparameter wie Temperaturprofil, Schneckendrehzahl, Verweilzeit, Scherbelastung und Durchsatz werden gezielt auf Wirkstoff, Polymer und gewünschtes Freisetzungsprofil abgestimmt. Je nach Wirkstoff-Polymer-System kann der Wirkstoff kristallin, amorph, molekular gelöst oder fein dispergiert in der Matrix vorliegen. Dieser Festkörperzustand ist ein wichtiger Einflussfaktor für Stabilität, Verarbeitbarkeit und Freisetzungsverhalten. AMW nutzt die Schmelzextrusion daher gezielt zur Entwicklung degradierbarer Implantate mit reproduzierbarer Zusammensetzung, definierten Abmessungen und kontrollierter Wirkstofffreisetzung über den vorgesehenen Behandlungszeitraum.

Größenvergleich der Implantate
Hot Melt Extrusion Illustration
Vorteile der Schmelzextrusion gegenüber anderen Formulierungstechniken
  • Verbesserte Löslichkeit und Bioverfügbarkeit: Durch die Anwendung der Schmelz­extrusion lässt sich die Löslichkeit von schwer wasser­löslichen Wirkstoffen optimieren, was potenziell zu einer verbesserten Bioverfüg­barkeit im Organismus führt.
  • Kontinuierliche Fertigung: Schmelz­extrusion ist ideal für die kontinuierliche Fertigung geeignet, was nicht nur die Möglich­keit einer Kosten­senkung in der Herstellung bietet, sondern auch eine konstante Produkt­qualität und eine vereinfachte Skalierung vom Forschungs­stadium zur kommerziellen Fertigung ermöglicht.
  • Keine Lösungsmittel: Im Gegensatz zu anderen Techniken benötigt Schmelz­extrusion normalerweise keine Lösungsmittel, was den Formulierungs­prozess vereinfacht und die Technik umwelt­freundlicher macht.
  • Flexibilität bei der Formulierung: Schmelz­extrusion kann zur Herstellung einer breiten Palette von Darreichungs­formen, einschließlich Tabletten, Kapseln und Filmen, verwendet werden, was Flexibilität bei der Formulierungs­entwicklung bietet.
  • Präzise Kontrolle der Frei­setzungs­rate: Das Verfahren erlaubt eine genaue Steuerung der Frei­setzungs­rate der aktiven Inhaltsstoffe, die durch eine sorgfältige Auswahl der Polymere und eine wissen­schaftlich fundierte Optimierung der Prozess­parameter erreicht wird.
  • Gleichmäßige Dispersion des Wirk­toffs: Mittels Schmelz­extrusion lassen sich Formulie­rungen mit einer homogenen Verteilung des aktiven pharma­zeutischen Wirkstoffs erzeugen. Dies ermöglicht eine kontrollierte Freisetzung und kann so das Auftreten von Neben­wirkungen durch Dosis­spitzen minimieren.
  • Komplexe Matrix-Formu­lierungen: Die Schmelz­extrusions-Technik erlaubt die Entwicklung komplexer Matrix-Formu­lierungen, die mehrere Wirkstoffe mit unter­schied­lichen Freisetzungs­profilen integrieren können. Dies stellt einen signifikanten Vorteil bei der Entwicklung von Kombinations­therapien dar.
  • Stabilität: Formulierungen, die mittels Schmelz­extrusion erzeugt werden, zeichnen sich häufig durch hohe Stabilität aus. Dies schützt empfind­liche aktive pharma­zeutische Wirkstoffe vor Abbau über die Haltbarkeits­dauer des Produkts.
  • Regulatorische Akzeptanz: Schmelz­extrusion genießt bei der Zulassung von Arznei­mitteln eine hohe Akzeptanz seitens der Regulierungs­behörden, was den Genehmigungs­prozess potenziell vereinfachen kann. Dies bietet einen Vorteil gegenüber Produkten, die durch technisch komplexere und schwerer zu überwachende Verfahren hergestellt werden.
Einschränkungen

Trotz ihrer zentralen Rolle in der pharmazeutischen Entwicklung ist die Schmelzextrusion nicht ohne Herausforderungen, insbesondere wenn es um die Eignung aktiver pharmazeutischer Inhaltsstoffe geht. Im Folgenden werden einige der potenziellen Einschränkungen und Anforderungen für Wirkstoffe im Kontext der Schmelzextrusion beschrieben:

  • Thermische Stabilität: Wirkstoffe, die thermisch empfindlich sind, könnten im Extrusionsprozess degradieren. Durch eine sorgfältige Auswahl der Komponenten und gezielte Voruntersuchungen können die Prozessbedingungen jedoch so gestaltet werden, dass sie möglichst schonend für den Wirkstoff sind.
  • Komplexität in der Formulierung: Die Erstellung von Formulierungen mit exakt definierten Freisetzungsprofilen für Arzneimittel kann oftmals komplex sein und erfordert eine umfassende Forschungs- und Entwicklungsarbeit, um die Charakteristika der Formulierung zu optimieren.
  • Physische und chemische Wechselwirkungen: Während des Extrusionsprozesses können physikalische und chemische Interaktionen zwischen dem aktiven pharmazeutischen Wirkstoff und den Matrix-Polymeren stattfinden. Diese Interaktionen könnten potenziell die Stabilität oder die Freisetzungscharakteristika des fertigen Produkts beeinträchtigen.
  • Kostenfaktoren: Die Investitionskosten für eine Extrusionslinie können erheblich sein, vor allem wenn man die hochspezialisierten Maschinen und die notwendigen analytischen Instrumente in Betracht zieht. Zudem können die Ausgaben steigen, falls spezialisierte Polymere in der Formulierung zum Einsatz kommen.
  • Begrenzt auf bestimmte Wirkstoffe: Aufgrund ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften sind nicht alle aktiven pharmazeutischen Wirkstoffe für die Schmelzextrusion geeignet. Die Identifizierung kompatibler Polymere für spezifische Wirkstoffe kann eine anspruchsvolle Aufgabe darstellen.
Anforderungen an den Wirkstoff
  • Thermische Stabilität: Der Wirkstoff sollte eine gute thermische Stabilität aufweisen, um den während des Extrusionsprozesses üblicherweise auftretenden hohen Temperaturen ohne Zerfall standzuhalten.
  • Kompatibilität mit Polymeren: Der aktive pharmazeutische Wirkstoff sollte mit den in der Formulierung verwendeten Polymeren und anderen Hilfsstoffen kompatibel sein und seine Stabilität sowie Wirksamkeit durch den gesamten Produktionsprozess hindurch bewahren.
  • Ausreichende Dispergierbarkeit: In der Schmelzextrusion eingesetzte aktive pharmazeutische Wirkstoffe sollten gut in der polymeren Matrix dispergierbar sein, um eine homogene Verteilung und effiziente Freisetzung aus der Formulierung sicherzustellen.
  • Partikelgröße: Bei amorphen festen Dispersionen ist die Partikelgröße ein entscheidender Faktor, der maßgeblich die Erzielung eines spezifischen Arzneimittelfreisetzungsprofils beeinflusst. Die optimale Partikelgröße wird in Voruntersuchungen festgelegt und sollte im Verlauf der gesamten Prozesskette nur in einem kontrollierbaren und reproduzierbaren Umfang variieren.
  • Kristallinität: Die Kristallinität und die polymorphen Formen des aktiven pharmazeutischen Wirkstoffs können Einfluss auf dessen Freisetzungsverhalten haben. In bestimmten Fällen kann es erforderlich sein, die Wirkstoffe im Vorfeld zu prozessieren, um die gewünschte polymorphe Form zu erhalten.

Wir bieten

Vielseitige Inno­vations- & Kooperations­möglichkeiten

Innovation entsteht bei AMW durch eine Vielzahl an Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und dynamischen Kooperationen. Unsere Kerntechnologie ist vielseitig einsetzbar, deckt ein breites Spektrum klinischer Bereiche ab und integriert verschiedene chemische Wirkstoffe als therapeutische Wirkkomponenten. Dieses Umfeld ist die Basis für eine solide Pipeline und ebnet den Weg für unterschiedliche, flexible Kollaborationsmöglichkeiten mit Unternehmen aus den Bereichen Pharmazie, Biotechnologie und Medizintechnik.

 

AMW bietet auch Möglichkeiten der Kooperation für Entwicklung, Produktion und zugehörige Services (CDMO+) sowie Lizenz- und Vertriebspartnerschaften.

Mitarbeiter von AMW bei Besprechung im Meeting-Raum

Ihr Ansprechpartner

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Häufige Fragen zu Innovation bei AMW

Verwendet AMW ausschließlich biologisch abbaubare Polymere?

Der Schwerpunkt von AMW liegt klar auf biologisch abbaubaren Polymermatrices. Sie bieten den Vorteil, dass das Implantat nach Abschluss der Wirkstofffreisetzung üblicherweise nicht operativ entfernt werden muss. Genau in diesem Bereich liegt unsere besondere Expertise: Das Freisetzungsverhalten abbaubarer Materialien ist komplexer als bei nicht degradierbaren Matrices und erfordert ein tiefes Verständnis von Polymerabbau, Wirkstoffdiffusion und Formulierungsdesign.

Worin liegt der Vorteil der Schmelzextrusion, des von AMW verwendeten Verfahrens zur Herstellung von Langzeitimplantaten?

Es gibt weitere Verfahren zur Herstellung langwirkender Drug-Delivery-Systeme. AMW setzt jedoch gezielt auf Schmelzextrusion, weil dieses Verfahren lösungsmittelfrei, gut kontrollierbar und industriell skalierbar ist. Aus unserer Erfahrung lassen sich für sehr viele Anwendungen geeignete Polymer-Wirkstoff-Kombinationen entwickeln, mit denen die gewünschte lineare Freisetzungskinetik über ein extrudiertes Implantat erreicht werden kann.

Zu welchem Zeitpunkt kann AMW ein Entwicklungsprojekt übernehmen?

AMW kann Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen übernehmen: von der gemeinsamen Bewertung einer frühen Produktidee über Machbarkeitsstudien und Formulierungsentwicklung bis zur Prozessentwicklung und Herstellung klinischer Muster im GMP-Umfeld. Idealerweise wird AMW früh eingebunden, da Polymerauswahl, Formulierungsdesign, Extrusionsprozess und spätere GMP-Übertragung eng miteinander verknüpft sind. So lassen sich spätere Technologietransfers und Entwicklungsrisiken reduzieren.