Innovation leben
Bei AMW leben wir Innovation – vom Labor bis zu verbesserten Therapien für Patienten. Wir entwickeln biologisch abbaubare Langzeitimplantate auf Basis eines datengetriebenen und klinisch orientierten Entwicklungsansatzes.

Forschung & Entwicklung bei AMW
Das Freisetzungsverhalten biologisch abbaubarer Langzeitimplantate ist komplex: Polymerabbau, Wirkstoffdiffusion, Implantatgeometrie, Herstellprozess und biologische Umgebung beeinflussen gemeinsam, wie lange ein Wirkstoff im therapeutischen Fenster bleibt. Klassische in-vitro-Freisetzungstests liefern dabei wichtige Hinweise, können das tatsächliche Verhalten im Körper aber nur begrenzt abbilden. Deshalb verbinden wir langjährige Formulierungserfahrung mit präklinischen pharmakokinetischen Untersuchungen und Daten aus eigenen klinischen Studien. Aus diesem Zusammenspiel entsteht ein tieferes Verständnis dafür, wie degradierbare Implantate über Wochen oder Monate wirken — und wie sich ihre Freisetzung gezielt steuern lässt. Unser Ziel ist es, Formulierungen zu entwickeln, die über den gesamten Behandlungszeitraum eine möglichst gleichmäßige und verlässliche Wirkstoffexposition ermöglichen: ausreichend hoch für eine stabile therapeutische Wirkung, aber ohne unnötige Konzentrationsspitzen, die das Risiko potenzieller Nebenwirkungen erhöhen können. Von der präklinischen Entwicklung bis zum Scale-up in die klinische GMP-Fertigung übertragen wir dieses Wissen systematisch in robuste Herstellprozesse und klinisch relevante Produkte.



Maßgeschneiderte, biologisch
abbaubare Implantate
Viele Therapien erfordern eine zuverlässige Wirkstoffexposition über längere Zeiträume. In der klinischen Praxis kann dies durch häufige Anwendungen, komplexe Dosierschemata, schwankende Wirkstoffspiegel oder eine unzureichende Wirkstoffverfügbarkeit am Zielort erschwert werden. Biologisch abbaubare Langzeitimplantate bieten hierfür einen modernen Drug-Delivery-Ansatz: Sie werden einmal appliziert und setzen den Wirkstoff anschließend über Wochen oder Monate kontrolliert frei. Dadurch können sie dazu beitragen, die Behandlung für Patientinnen und Patienten zu vereinfachen und gleichzeitig eine gleichmäßigere therapeutische Wirkung zu unterstützen. Besonders bei Therapieansätzen mit lokal begrenztem Wirkort können Implantate eine Möglichkeit bieten, Wirkstoffe gezielt in der Nähe des Wirkortes bereitzustellen — auch in Geweben oder Körperkompartimenten, die über eine rein systemische Gabe nur eingeschränkt erreichbar sind.
Biologisch abbaubare Langzeitimplantate können mehrere potenzielle Vorteile bieten:
- Sie zielen auf eine kontrollierte Wirkstofffreisetzung über Wochen oder Monate ab.
- Sie können helfen, Wirkstoffkonzentrationen länger im therapeutisch relevanten Bereich zu halten.
- Sie unterstützen eine lokale Wirkstoffbereitstellung nahe am Zielgewebe und können dadurch die systemische Wirkstoffexposition begrenzen.
- Sie können Konzentrationsspitzen und -abfälle reduzieren, die bei wiederholter Gabe auftreten können.

- Sie reduzieren die Notwendigkeit häufiger Anwendungen und können dadurch die Behandlungslast für Patientinnen und Patienten verringern.
- Sie können die Therapietreue unterstützen, indem Einnahmefehler, ausgelassene Dosen oder unregelmäßige Anwendungen reduziert werden können.
- Sie bauen sich nach Abschluss der Wirkstofffreisetzung schrittweise ab, sodass eine operative Entfernung in der Regel nicht erforderlich ist.
Unsere Entwicklungspipeline
Unsere Pipeline umfasst Entwicklungsprojekte in verschiedenen Stadien — von der frühen Formulierungsentwicklung bis zum Produkt am Markt. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung innovativer Drug-Delivery-Systeme für bekannte und häufig bereits zugelassene Wirkstoffe. AMW entwickelt Formulierungs- und Freisetzungstechnologien, mit denen Wirkstoffe in neue therapeutische Profile überführt werden können. Dazu gehören kontrollierte Freisetzungsraten, verlängerte Wirkdauern und Expositionsprofile, die mit klassischen oralen oder intravenösen Applikationsformen häufig nicht erreichbar sind. Je nach Wirkstoff und Indikation können unsere Systeme dazu beitragen, die therapeutisch nutzbare Wirkstoffexposition zu verbessern, Konzentrationsschwankungen zu reduzieren, die Anwendungshäufigkeit zu verringern und Wirkstoffe gezielter am oder nahe dem Wirkort verfügbar zu machen. Unsere Projekte adressieren unter anderem Onkologie, Ophthalmologie, Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems.
mRNA-eluierendes bioabbaubares Implantat als Gentherapie der nächsten Generation. Prototyping und Plausibilitätsstudien abgeschlossen.
Langwirksames, biologisch abbaubares Leuprorelin-Implantat mit verbesserter Formulierung, die auf eine zuverlässige und kontrollierte Freisetzung über einen Monat ausgelegt ist. Aktuelle Evaluierung mehrerer Formulierungsgruppen, um den führenden Kandidaten für die anschließende Prozessentwicklung und klinische Weiterentwicklung zu identifizieren.
Biologisch abbaubares, langwirksames intravitreales Implantat zur kontrollierten Freisetzung eines Wirkstoffs über mehr als sechs Monate. Zielindikationen sind die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), die diabetische Retinopathie sowie der retinale Venenverschluss.
Entwicklung eines langwirksamen, biologisch abbaubaren Implantats zur Freisetzung von GLP-1-Agonisten für Indikationen im Zusammenhang mit dem metabolischen Syndrom, mit dem Ziel einer anhaltenden Wirkstofffreisetzung über etwa drei Monate.
Vertraulich
Der AMW-Weg
AMW entwickelt degradierbare Langzeitimplantate entlang der gesamten Produkt- und Prozessentwicklung — von der Auswahl geeigneter Polymerklassen über die Formulierungs- und Prozessoptimierung bis zum Transfer in die GMP-Herstellung. Ein zentrales Entwicklungsziel ist eine möglichst gleichmäßige, idealerweise annähernd lineare Wirkstofffreisetzung über den vorgesehenen Behandlungszeitraum. Gerade bei klassischen biologisch abbaubaren Polyestern wie PLA, PLGA oder verwandten Materialien ist dies häufig anspruchsvoll, da Wasseraufnahme, Diffusion, Polymerabbau und Porenbildung zu mehrphasigen Freisetzungsprofilen führen können. AMW nutzt daher nicht nur einzelne Standardpolymere, sondern erweitert den Formulierungsraum gezielt durch binäre oder tertiäre Polymermischungen. So lassen sich Abbauverhalten, mechanische Eigenschaften, Wirkstoffverteilung und Freisetzungsprofil systematisch aufeinander abstimmen. Die Herstellung erfolgt über Schmelzextrusion. Dabei betrachtet AMW nicht nur den Extrusionsschritt selbst, sondern den gesamten Prozess einschließlich Upstream- und Downstream-Entwicklung — von Materialvorbereitung, Teilchengröße, Trocknung, Mischen und Dosieren bis zum Schneiden, Sortieren und einer prozessbegleitenden Kontrolle. Vergleichbare Gerätetechnologien in R&D und GMP-Reinraum erleichtern dabei den späteren Technologietransfer. Zur Beschleunigung der Entwicklung kombiniert AMW historische Formulierungsdaten, Machine-Learning-gestützte Auswertung, Fast Prototyping und statistische Versuchsplanung (DoE). Dadurch kann innerhalb eines definierten Lösungsraums die optimale Formulierung mit einer reduzierten Anzahl experimenteller Varianten identifiziert werden. AMW verbindet damit Materialkompetenz, Prozessverständnis, Analytik und GMP-Erfahrung zu einem integrierten Entwicklungsansatz für robuste, skalierbare und klinisch relevante Langzeitimplantate.
Quality by Design
AMW setzt Quality by Design als Entwicklungsprinzip für degradierbare Langzeitimplantate ein: Qualität wird nicht erst am Endprodukt geprüft, sondern von Beginn an über Zielproduktprofil, kritische Qualitätsattribute sowie relevante Material- und Prozessparameter definiert. Bei polymerbasierten Langzeitformulierungen ist dieser Ansatz besonders wichtig, weil Materialeigenschaften, Prozessführung und Produktleistung unmittelbar miteinander verknüpft sind. AMW verbindet diesen Ansatz mit moderner Analytik, statistischer Versuchsplanung und prozessbegleitendem Verständnis. So können Freisetzungsverhalten, Wirkstoffgehalt, Stabilität, Abbauprodukte und relevante Prozessparameter systematisch bewertet und kontrolliert werden.

- Mikroskopische Bildanalyse: Ein wesentliches Werkzeug zur Bewertung der morphologischen Aspekte der Formulierung. Dieser Prozess ermöglicht eine tiefgehende Untersuchung der mikroskopischen, strukturellen Eigenschaften, unterstützt die Optimierung der Formulierung und ermöglicht Vorhersagen zur Freisetzungskinetik durch präzise Bestimmung und Quantifizierung der Partikelgrößenverteilung und anderer relevanter Faktoren.
- ATR-FTIR-Spektroskopie: Eine essenzielle Technik zur Aufklärung der chemischen Zusammensetzung von Materialien. Sie gewährt eine detaillierte Untersuchung der molekularen Strukturen und Interaktionen, welche entscheidend sind, um die Verteilung und Homogenität der verschiedenen Komponenten innerhalb der Formulierung zu gewährleisten.
- GPC (Gelpermeationschromatographie): Eine zentrale Methode zur Analyse der Molekulargewichtsverteilung der Polymere in der Formulierung. Diese Technik liefert grundlegende Erkenntnisse über die potenzielle, ungewollte Degradation der Polymere sowie zur Prozessstabilität.
- DSC (Differential-Scanning-Kalorimetrie): Ein zentrales Instrument zur Erfassung der thermischen Eigenschaften der Materialien, das wichtige Informationen zur Glasübergangstemperatur der Polymerkomponenten und zur Löslichkeit des aktiven pharmazeutischen Wirkstoffs in der Polymermatrix liefert, wodurch der Herstellungsprozess entscheidend optimiert werden kann.
- Rheologie: Eine Technik, die die Fließeigenschaften der Formulierungen analysiert, wodurch das Prozessfenster für die Extrusion definiert und ein gleichmäßiger Drehmomentverlauf während der Extrusion sichergestellt wird, was zu einer höheren Produktqualität beiträgt.
- HPLC (High Pressure Liquid Chromatography)/UPLC (Ultra High Performance Liquid Chromatography) in Kombination mit UV-, RI-, Fluoreszenz- und MS-Detektionsmethoden ist ein unverzichtbares Instrument für die quantitative Analyse des aktiven pharmazeutischen Wirkstoffs und potenzieller Abbauprodukte in pharmazeutischen Formulierungen. Dieses Verfahren nimmt eine Schlüsselposition bei der Bestimmung der Freisetzungskinetik sowie der Überwachung von Gehalt und Reinheit des Implantats ein.
- Coulometrische Wasserbestimmung: Eine Methode, die sich speziell auf die Analyse des Wassergehalts in den Formulierungen fokussiert. Der Wassergehalt ist ein kritischer Faktor, der sowohl die Langzeitstabilität des Produkts als auch die Stabilität hydrolyseempfindlicher Polymere während der Extrusion maßgeblich beeinflusst.
- Mechanische Materialprüfung: Ein wichtiger Prozess zur Beurteilung der mechanischen Eigenschaften des Produkts, der detaillierte Informationen zum Verhalten des Produkts unter verschiedenen physischen Belastungen liefert, wie sie bei der Handhabung des Implantats oder dem Konfektionieren auftreten können.
- In-vitro-Freisetzungstests gemäß Ph. Eur., USP sowie eigenen Methoden: Diese Tests, die so weit wie möglich nach regulatorischen Vorgaben durchgeführt werden, sind entscheidend für die Erfassung der Freisetzungskinetik der Wirkstoffe. Bei Bedarf können die Tests jedoch modifiziert werden, um den besonderen Eigenschaften biologisch abbaubarer Polymere gerecht zu werden, was zentral für die Bewertung der potenziellen klinischen Produktwirksamkeit ist.
- ICH-Stabilitätsstudien (alle Klimazonen): Diese Studien sind entscheidend für die Bestimmung der Produktstabilität unter verschiedenen Umweltbedingungen der unterschiedlichen Wirtschaftsräume.
Schmelzextrusion
Die biologisch abbaubaren Implantate von AMW werden mithilfe der Schmelzextrusion hergestellt. Hot Melt Extrusion (HME) ist ein kontinuierliches, lösungsmittelfreies Verfahren, bei dem Wirkstoff, Polymermatrix und gegebenenfalls Hilfsstoffe unter kontrollierten Temperatur-, Druck- und Scherbedingungen verarbeitet und in eine definierte Implantatform überführt werden. In der pharmazeutischen Entwicklung wird HME unter anderem zur Herstellung kontrolliert freisetzender Darreichungsformen und Implantate eingesetzt. AMW betrachtet die Schmelzextrusion als Teil eines integrierten Herstellprozesses. Prozessparameter wie Temperaturprofil, Schneckendrehzahl, Verweilzeit, Scherbelastung und Durchsatz werden gezielt auf Wirkstoff, Polymer und gewünschtes Freisetzungsprofil abgestimmt. Je nach Wirkstoff-Polymer-System kann der Wirkstoff kristallin, amorph, molekular gelöst oder fein dispergiert in der Matrix vorliegen. Dieser Festkörperzustand ist ein wichtiger Einflussfaktor für Stabilität, Verarbeitbarkeit und Freisetzungsverhalten. AMW nutzt die Schmelzextrusion daher gezielt zur Entwicklung degradierbarer Implantate mit reproduzierbarer Zusammensetzung, definierten Abmessungen und kontrollierter Wirkstofffreisetzung über den vorgesehenen Behandlungszeitraum.


- Verbesserte Löslichkeit und Bioverfügbarkeit: Durch die Anwendung der Schmelzextrusion lässt sich die Löslichkeit von schwer wasserlöslichen Wirkstoffen optimieren, was potenziell zu einer verbesserten Bioverfügbarkeit im Organismus führt.
- Kontinuierliche Fertigung: Schmelzextrusion ist ideal für die kontinuierliche Fertigung geeignet, was nicht nur die Möglichkeit einer Kostensenkung in der Herstellung bietet, sondern auch eine konstante Produktqualität und eine vereinfachte Skalierung vom Forschungsstadium zur kommerziellen Fertigung ermöglicht.
- Keine Lösungsmittel: Im Gegensatz zu anderen Techniken benötigt Schmelzextrusion normalerweise keine Lösungsmittel, was den Formulierungsprozess vereinfacht und die Technik umweltfreundlicher macht.
- Flexibilität bei der Formulierung: Schmelzextrusion kann zur Herstellung einer breiten Palette von Darreichungsformen, einschließlich Tabletten, Kapseln und Filmen, verwendet werden, was Flexibilität bei der Formulierungsentwicklung bietet.
- Präzise Kontrolle der Freisetzungsrate: Das Verfahren erlaubt eine genaue Steuerung der Freisetzungsrate der aktiven Inhaltsstoffe, die durch eine sorgfältige Auswahl der Polymere und eine wissenschaftlich fundierte Optimierung der Prozessparameter erreicht wird.
- Gleichmäßige Dispersion des Wirktoffs: Mittels Schmelzextrusion lassen sich Formulierungen mit einer homogenen Verteilung des aktiven pharmazeutischen Wirkstoffs erzeugen. Dies ermöglicht eine kontrollierte Freisetzung und kann so das Auftreten von Nebenwirkungen durch Dosisspitzen minimieren.
- Komplexe Matrix-Formulierungen: Die Schmelzextrusions-Technik erlaubt die Entwicklung komplexer Matrix-Formulierungen, die mehrere Wirkstoffe mit unterschiedlichen Freisetzungsprofilen integrieren können. Dies stellt einen signifikanten Vorteil bei der Entwicklung von Kombinationstherapien dar.
- Stabilität: Formulierungen, die mittels Schmelzextrusion erzeugt werden, zeichnen sich häufig durch hohe Stabilität aus. Dies schützt empfindliche aktive pharmazeutische Wirkstoffe vor Abbau über die Haltbarkeitsdauer des Produkts.
- Regulatorische Akzeptanz: Schmelzextrusion genießt bei der Zulassung von Arzneimitteln eine hohe Akzeptanz seitens der Regulierungsbehörden, was den Genehmigungsprozess potenziell vereinfachen kann. Dies bietet einen Vorteil gegenüber Produkten, die durch technisch komplexere und schwerer zu überwachende Verfahren hergestellt werden.
Trotz ihrer zentralen Rolle in der pharmazeutischen Entwicklung ist die Schmelzextrusion nicht ohne Herausforderungen, insbesondere wenn es um die Eignung aktiver pharmazeutischer Inhaltsstoffe geht. Im Folgenden werden einige der potenziellen Einschränkungen und Anforderungen für Wirkstoffe im Kontext der Schmelzextrusion beschrieben:
- Thermische Stabilität: Wirkstoffe, die thermisch empfindlich sind, könnten im Extrusionsprozess degradieren. Durch eine sorgfältige Auswahl der Komponenten und gezielte Voruntersuchungen können die Prozessbedingungen jedoch so gestaltet werden, dass sie möglichst schonend für den Wirkstoff sind.
- Komplexität in der Formulierung: Die Erstellung von Formulierungen mit exakt definierten Freisetzungsprofilen für Arzneimittel kann oftmals komplex sein und erfordert eine umfassende Forschungs- und Entwicklungsarbeit, um die Charakteristika der Formulierung zu optimieren.
- Physische und chemische Wechselwirkungen: Während des Extrusionsprozesses können physikalische und chemische Interaktionen zwischen dem aktiven pharmazeutischen Wirkstoff und den Matrix-Polymeren stattfinden. Diese Interaktionen könnten potenziell die Stabilität oder die Freisetzungscharakteristika des fertigen Produkts beeinträchtigen.
- Kostenfaktoren: Die Investitionskosten für eine Extrusionslinie können erheblich sein, vor allem wenn man die hochspezialisierten Maschinen und die notwendigen analytischen Instrumente in Betracht zieht. Zudem können die Ausgaben steigen, falls spezialisierte Polymere in der Formulierung zum Einsatz kommen.
- Begrenzt auf bestimmte Wirkstoffe: Aufgrund ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften sind nicht alle aktiven pharmazeutischen Wirkstoffe für die Schmelzextrusion geeignet. Die Identifizierung kompatibler Polymere für spezifische Wirkstoffe kann eine anspruchsvolle Aufgabe darstellen.
- Thermische Stabilität: Der Wirkstoff sollte eine gute thermische Stabilität aufweisen, um den während des Extrusionsprozesses üblicherweise auftretenden hohen Temperaturen ohne Zerfall standzuhalten.
- Kompatibilität mit Polymeren: Der aktive pharmazeutische Wirkstoff sollte mit den in der Formulierung verwendeten Polymeren und anderen Hilfsstoffen kompatibel sein und seine Stabilität sowie Wirksamkeit durch den gesamten Produktionsprozess hindurch bewahren.
- Ausreichende Dispergierbarkeit: In der Schmelzextrusion eingesetzte aktive pharmazeutische Wirkstoffe sollten gut in der polymeren Matrix dispergierbar sein, um eine homogene Verteilung und effiziente Freisetzung aus der Formulierung sicherzustellen.
- Partikelgröße: Bei amorphen festen Dispersionen ist die Partikelgröße ein entscheidender Faktor, der maßgeblich die Erzielung eines spezifischen Arzneimittelfreisetzungsprofils beeinflusst. Die optimale Partikelgröße wird in Voruntersuchungen festgelegt und sollte im Verlauf der gesamten Prozesskette nur in einem kontrollierbaren und reproduzierbaren Umfang variieren.
- Kristallinität: Die Kristallinität und die polymorphen Formen des aktiven pharmazeutischen Wirkstoffs können Einfluss auf dessen Freisetzungsverhalten haben. In bestimmten Fällen kann es erforderlich sein, die Wirkstoffe im Vorfeld zu prozessieren, um die gewünschte polymorphe Form zu erhalten.
Vielseitige Innovations- & Kooperationsmöglichkeiten
Innovation entsteht bei AMW durch eine Vielzahl an Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und dynamischen Kooperationen. Unsere Kerntechnologie ist vielseitig einsetzbar, deckt ein breites Spektrum klinischer Bereiche ab und integriert verschiedene chemische Wirkstoffe als therapeutische Wirkkomponenten. Dieses Umfeld ist die Basis für eine solide Pipeline und ebnet den Weg für unterschiedliche, flexible Kollaborationsmöglichkeiten mit Unternehmen aus den Bereichen Pharmazie, Biotechnologie und Medizintechnik.
AMW bietet auch Möglichkeiten der Kooperation für Entwicklung, Produktion und zugehörige Services (CDMO+) sowie Lizenz- und Vertriebspartnerschaften.

Ihr Ansprechpartner
Häufige Fragen zu Innovation bei AMW
Der Schwerpunkt von AMW liegt klar auf biologisch abbaubaren Polymermatrices. Sie bieten den Vorteil, dass das Implantat nach Abschluss der Wirkstofffreisetzung üblicherweise nicht operativ entfernt werden muss. Genau in diesem Bereich liegt unsere besondere Expertise: Das Freisetzungsverhalten abbaubarer Materialien ist komplexer als bei nicht degradierbaren Matrices und erfordert ein tiefes Verständnis von Polymerabbau, Wirkstoffdiffusion und Formulierungsdesign.
Es gibt weitere Verfahren zur Herstellung langwirkender Drug-Delivery-Systeme. AMW setzt jedoch gezielt auf Schmelzextrusion, weil dieses Verfahren lösungsmittelfrei, gut kontrollierbar und industriell skalierbar ist. Aus unserer Erfahrung lassen sich für sehr viele Anwendungen geeignete Polymer-Wirkstoff-Kombinationen entwickeln, mit denen die gewünschte lineare Freisetzungskinetik über ein extrudiertes Implantat erreicht werden kann.
AMW kann Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen übernehmen: von der gemeinsamen Bewertung einer frühen Produktidee über Machbarkeitsstudien und Formulierungsentwicklung bis zur Prozessentwicklung und Herstellung klinischer Muster im GMP-Umfeld. Idealerweise wird AMW früh eingebunden, da Polymerauswahl, Formulierungsdesign, Extrusionsprozess und spätere GMP-Übertragung eng miteinander verknüpft sind. So lassen sich spätere Technologietransfers und Entwicklungsrisiken reduzieren.